Evangelisch -
lutherischer
Gemeindeverband
Region Freden


Furthwängler & Hammer Orgel

Klein und besonders in der Ausführung ist die Orgel in der St. Laurentiuskirche in Freden. Der in Elze beheimatete Orgelbauer Philipp Furtwängler (1800-1867) baute das Instrument im Jahr 1879. Zu dieser Zeit lief die Firma schon unter dem Namen Philipp Furtwängler & Söhne. Zuvor stellte der vermutlich gelernte Uhrmacher in einen kleinen Betrieb Turmuhren her. Nach seinem Tod führten seine beiden Söhne, Wilhelm und Pius, die bekannte Orgelbaufirma weiter.

Die Furtwängler-Orgel in Freden zeichnet sich durch ihre besondere Bauform aus. Der Spieltisch ist nicht wie bei an deren Orgeln zum Orgelgehäuse gerichtet, sondern zum Altar hin. Dadurch hat der Organist freie Sicht auf das Geschehen am Altar. Zu dem sind die Pfeifen auf einer mechanischen Kegellade angeordnet. Dies ist eine Besonderheit des romantischen Orgelbaus. Hier hat jeder Ton für jedes Register ein Ventil. Bei Tastendruck wird also eine ganze Ventilleiste unter den Pfeifen betätigt. Je mehr Register desto länger und dadurch auch viel schwerer ist das Spiel für den Organisten. Bei der kleinen Fredener Orgel mit seinen 12 Registern ist das noch für den Spieler machbar. Größere Orgeln lassen sich mit dieser Bauweise nicht mehr betätigen, so dass man Techniken mit elektrischer oder pneumatischer Übertragung des Tastendrucks einsetzte. Die Trittanlage für den Blasebalg ist noch vorhanden, kann aber leider nicht mehr benutzt werden. Um dem Balgtreter (Kalkant genannt) das Zeichen zum Treten zu geben, gibt es einen Registerzug am Spieltisch mit dem man ein kleines Glöckchen hinten in der Orgel noch heute läuten kann. Neben der „sportlichen“ Betätigung des Balgtreters während des Gottesdienstes war er auch stets zum Mitsingen aufgefordert. Die Ablage des Gesangbuches an der Trittanlage gibt uns ein lebendiges Zeugnis aus dieser Zeit. 

Trotz ihrer momentanen technischen und klanglichen Mängeln wird auch die Furtwängler-Orgel in der St. Laurentiuskirche für die Ausbildung der Orgelschülerinnen und Orgelschüler im Kirchenkreis Alfeld benutzt. Das andere Spielgefühl und der ungewohnte Tastenanschlag schulen die Flexibilität der Nachwuchskirchenmusiker.

 

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