Die St. Laurentius Kirche zu Freden (Leine), am Südrand des Ortes
auf einer Anhöhe gelegen, die nach Süden, Westen und Norde steil
abfällt, kann auf ein beträchtliches Alter zurückblicken. Zwar trägt
sie ihren Namen erst seit dem 1. Oktober 1960, doch wurde sie schon
im Jahr 1214 als Kirche von Klein Freden urkundlich erwähnt.
Nahm man lange Zeit an, die jetzige Kirche sei, wie eine Inschrift
über der Eingangstür vermuten lässt, im Jahr 1781/82 neu gebaut
worden, so kamen bei einer
Innenrenovierung im Jahr 1960 Wandmalereien zum Vorschein, die
während des dreißigjährigen Krieges in der ersten Hälfte des 17.
Jahrhunderts entstanden sein müssen. Auch fand man hinter dem
holzverkleideten Altar einen frühgotischen Steinaltar mit einer
Reliquienöffnung vorn und Weihekreuzen rechts und links auf der
Platte. Beides deutet auf eine Gründung in vorreformatorischer Zeit.
eute datiert man den ersten Bau einer Steinkirche in Klein Freden in
das 12. Jahrhundert. Dafür sprechen auch die Symbole im Türsturz des
zugemauerten Südportals. Der Türsturz sowie sie kleinen, unter dem
bröckelnden Putz der Südseite sichtbar gewordenen, ebenfalls
zugemauerten Fenster lassen vermuten, dass es sich bei der ersten,
auf diesem Platz erbauten Kirche um eine Wehrkirche gehandelt hat.
In dem alten Türsturz finden sich zwei eingemeißelte Symbole:
Radkreuz und Rosette.
Das Radkreuz symbolisierte schon in vorchristlicher Zeit die Sonne
und diente als Heilszeichen. In frühchristlicher Zeit wurde das
Sonnensymbol zu einem Symbol für den Christengott, den Herrscher
über den Tod. Später wurde es durch das langgestielte Kreuz als
Symbol des Opfertodes Christi abgelöst. Seine Bedeutung im Türsturz
des Südportals von St. Laurentius war „Gott“ oder auch „zu Gott“.
Auch das andere Symbol, die Rosette will auf Christus hindeuten. Mit
ihr soll den Gemeindegliedern Jesus Christus als der Herr des
Himmels und der Erde, als der Weltenrichter und Erlöser verdeutlicht
werden.
Somit wollen beide Symbole im Türsturz des Südportals von St.
Laurentius dem Betrachter das Wort Jesu auch Johannes 14,6 nahe
bringen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand
kommt zum Vater denn durch mich.“ Christus ist das Tor, durch das
der Weg ins Reich Gottes führt.
1781 wurde die Kirche von Grund auf erneuert. Der Eingang wurde auf
die Nordseite verlegt und die kleinen Fenster durch große ersetzt.
Über dem neuen Eingang wurde auf einem besonderen Quaderstein die
Inschrift eingemeißelt: „PRE. SALOMONIS CAP VI BEWAHRE DEINEN FUSS
WENN DU ZUM HAUSE GOTTES GEHST UND KOMM DASS DU HÖREST. DIESER STEIN
IST GEMACHT VON GUTEN FREUNDEN IN HIESIGER GEMEINDE ANNO 1782“
Diese Einladung, in Stein gemeißelt, hat die Jahrzehnte überdauert.
Sie gilt auch heute noch und lädt ein zum Gottesdienst